Portland State University, Portland, Oregon, USA
"Fremdsprachenerwerb in aufgabenbasierten Interaktionen"
Dissertation, Hamburg 2003
Kurzbeschreibung
Die in Hamburg vorgelegte Dissertation stellt die Frage nach dem Zusammenhang von unterrichtlichen Interaktionen und den dabei ablaufenden kognitiven Prozessen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen Fremdsprachenlerner, die über einen längeren Zeitraum eigens entwickelte kommunikations- und grammatikorientierte Aufgaben in Lernpaaren durchführen. Untersucht wird unter anderem, welche Lernprozesse dabei absolviert werden, auf welche Wissensressourcen die Lernenden zurückgreifen und welche kurzen und mittelfristigen Lernerfolge erzielt werden (können).
Bewertung
Die von Eckerth vorgelegte Studie ist eine der wenigen Forschungen in der Bundesrepublik Deutschland, die sich auf die komplexen Zusammenhänge fremdsprachlicher Interaktion bei der Bearbeitung von Aufgaben einlässt. Sie wird zu Recht in der gegenwärtigen Forschungsdiskussion (etwa bei Müller-Hartmann & Schocker-von Ditfurth 2005) als ein herausragendes Beispiel für einen Ansatz hervorgehoben, der sich mit polymethodischer Triangulierung der Wirklichkeit des Klassenzimmers nähert. Eckerth löst in Deutschland endlich das ein, was seit Jahren gefordert wird: nämlich die breite Diskussion um Aufgabenorientierung auf empirische Füße zu stellen. Aufgabenorientierung ist ein zentraler Bereich in der kommunikativen Didaktik, zu dem Hans-Eberhard Piepho schon in seinen frühesten Publikationen wichtige Beobachtungen machte und der sein ganzes Lebenswerk durchzieht. Die Beobachtungen und Bewertungen von Hans-Eberhard Piepho werden in der Studie von Johannes Eckerth in brillanter Weise fortgeführt. Die Jury war einstimmig der Meinung, den 1. Platz in der Kategorie "Wissenschaftliche Arbeiten" an Johannes Eckerth zu vergeben.