Hans-Eberhard-Piepho-Preis

Hans-Eberhard-Piepho-Preis 2015
3. Preis in der Kategorie Wissenschaftliche Arbeiten

Stefanie Frisch, Wuppertal

„Lesen im Englischunterricht der Grundschule. Eine Vergleichsstudie zur Wirksamkeit zweier Lehrverfahren“

Beschreibung
Frau Frisch befasst sich in ihrem Dissertationsprojekt mit der Verwendung der Schriftsprache im Grundschulenglischunterricht. Ihr Hauptinteresse gilt dabei dem Lesen, dem Lesen lernen und dem Lesen lehren. Ausgehend von einer tiefgreifenden Aufarbeitung der theoretischen Grundlagen, der empirischen Erkenntnisse und auch der bildungspolitischen Orientierungslosigkeit in Bezug auf die Bedeutung des Lesens für das Lernen der englischen Sprache auf der Primarstufe, führt sie eine über 18 Monate sich erstreckende unterrichtliche Vergleichsstudie zu den vielfältigen Wirkungen und Nebenwirkungen zweier Leselehrverfahren (hier speziell das Ganzwortverfahren und das phonics-informierte Verfahren) durch. Die Studie, die im Bereich der explorativ- interpretativen Unterrichtsforschung zu verorten ist, vermag gleich in mehrfacher Hinsicht zu überzeugen: Sie ist in Bezug auf die theoretisch-konzeptuelle Modellierung von Lesen, Lesen lernen und (vor allem) Lesen lehren überaus differenziert und über weite Strecken sprachenvergleichend- interdisziplinär angelegt. Sie verliert dabei jedoch niemals die Kontextspezifik des Forschungsgegenstands, der Forschungsinteressen und Forschungsfragen aus dem Blick. Sie genügt methodologisch hohen Ansprüchen, und zwar in Bezug auf den gesamten Forschungsprozess. Besonders hervorgehoben sei an dieser Stelle das hervorragend gelungene Zusammenspiel von theorie- und datengeleiteter Erkenntnisgewinnung, von Strukturiertheit und hinreichender Offenheit, von Nähe und Distanz, von Linearität und gebotener Zyklizität. Quantifizierungen werden dabei nicht gänzlich ausgeschlossen, sondern mit in die Exploration der Leselehrverfahren einbezogen, ohne dabei jedoch unhaltbare Generalisierungsansprüche zu erheben. Am Ende der Studie stehen von daher auch keine holzschnittartigen Implikationen in Bezug auf das Lesen lernen im Englischunterricht der Grundschule unter Verwendung des einen oder des anderen Leselehrverfahrens. Aus den Forschungsergebnissen werden vielmehr – auch dies ist ein Gütekriterium explorativer Forschung – fünf weiterführende, ebenso feinkörnig wie feinsinnig formulierte Hypothesen generiert, die vor allem auch für eine größer angelegte quantitative Anschlussforschung von großem Interessen und Wert sind. Die Jury prämiert diese überaus gelungene Forschungsarbeit mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro.

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