Hans-Eberhard-Piepho-Preis

Hans-Eberhard-Piepho-Preis 2017
1. Preis in der Kategorie Wissenschaftliche Arbeiten

Yvonne Decker-Ernst (Pädagogische Hochschule Freiburg)

„Deutsch als Zweitsprache in Vorbereitungsklassen. Eine Bestandaufnahme in Baden-Württemberg“

Beschreibung
Frau Decker-Ernst strebt in ihrer hermeneutisch-empirischen Studie eine mehrperspektivische Analyse der gegenwärtigen Situation des Deutsch als Zweitsprache-Unterrichts in sog. Vorbereitungsklassen an Schulen in Baden-Württemberg (sowohl Primar- als auch Sekundarschulen) an. Hierzu führt sie nach überaus gründlicher Diskussion der Geschichte der Einwanderung nach Deutschland, der bildungspolitischen Beschlüsse zur Aufnahme neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher in das deutsche Schulsystem sowie auch der zweitsprachenerwerbstheoretischen und didaktisch-methodischen Grundlagen der schulischen DaZ-Förderung insgesamt drei Teilstudien durch.

In Teilstudie 1 geht es um die bildungspolitischen Rahmenbedingungen von Vorbereitungsklassen gestern und heute. Hierzu stellt die Verf. ein Korpus von Erlassen, Lehrplänen und amtlichen Verlautbarungen (in BW) her und unterzieht die Texte einer systematischen Dokumentenanalyse (bzw. einer strukturierenden Inhaltsanalyse).

In Teilstudie 2 beleuchtet die Verf. den DaZ-Unterricht in den bw.- Vorbereitungsklassen aus der Perspektive der in diesem Kontext Lehrenden. Hierzu führt sie eine Fragebogenstudie mit insgesamt 140 Lehrkräften in nahezu ganz BW durch. Pikanterweise findet sie in diesem Kontext heraus, dass die Angaben des Statistischen Landesamtes BW, die immerhin die Planungsgrundlage für entsprechende bildungspolitische Entscheidungen sind, nicht zutreffen. Es gibt in BW viel weniger Vorbereitungsklassen als behauptet bzw. angenommen. Die Fragebögen wertet die Verf. sowohl quantitativ als auch qualitativ-inhaltsanalytisch aus.

In Teilstudie 3 befasst sich die Verf. mit dem DaZ-Unterricht in den bw-. Vorbereitungsklassen als der Sicht der Lernenden. Hierzu führt sie über mehrere Monate eine qualitative Mehrfachfallstudie mit insgesamt neun zugewanderten Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern (bzw. Elternhäusern) durch. Die gesammelten Daten (Fragebögen, leitfadengestützte Interviews, Unterrichtsbeobachtungen, Elterngespräche) wertet sie inhalts- und diskursanalytisch aus.

Alle drei Teilstudien zusammen, jede einzelne ist für sich hervorragend, ergeben ein sehr umfassendes und zugleich detailliertes Bild der (zum Teil ambivalenten) Situation der DaZ-Förderung in Vorbereitungsklassen an Schulen in Baden-Württemberg.

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